Liebe Freunde des Taschenbuchladens,

Ach, so könnte doch jedes Neue Jahr beginnen – mit einem Lob. Ja. Mit einem Lob an uns, bescheinigt durch eine süße Urkunde (wird gerahmt und aufgehangen) der 4. Klassen der Grundschule Carl Böhme, die im Dezember alle Freiberger Buchhandlungen besucht haben. Platz 1 haben wir belegt und natürlich sind wir sehr stolz darauf. Wir bedanken uns sehr für diese Würdigung und danken auch den Lehrern und der Schulleitung für diese Projektwoche. Mit dieser Freude werden wir bestens ins Neue Jahr starten und hoffen ebenfalls, dass Sie schon ein bißchen darin angekommen sind? Wir jedenfalls wünschen ein positiv ereignisreiches und friedvolles Jahr für alle in Nah und Fern.
Nach diesem traumhaften Winterschneewochenende wird es wohl nun wieder bissel trüber, sagt Martina und Sie ahnen – beste Zeit fürs Gemütliche. Mit einem Buch in der Hand natürlich. So die Traumvorstellung ihrer Lieblingsbuchhandlung. 😊
Erste Neuerscheinungen des neuen Jahres sind auch schon eingetroffen. Pascal Merciers Erzählungen aus seinem Nachlass „Der Fluß der Zeit“ beispielsweise und auch ein neues Buch von Leïla Slimani „Trag das Feuer weiter“. Und ja, wir sind schon sehr dabei, die Weihnachtslücken in unseren Regalen mit feinster neuer Literatur zu füllen.
Dabei fällt mir gerade ein, dass gar niemand meine zwei letzten Fragen beantwortet hat… 
Neuer Versuch: 
*Was war unser Besteller 2025? (Ich hatte eine Überraschung für die richtige Antwort versprochen.)
 *„Einschließen und Entdecken“ Das ist ein schönes Konzept vieler Buchhandlungen deutschlandweit, die ihren Kunden nach Ladenschluss die Tür öffnen und zum längeren Verweilen, Plaudern etc. einladen. Mögen Sie das vielleicht mal probieren? Freue mich über Rückmeldungen…

Neues Lieblingsbuch von Heike:

Voker Weidermann „Wenn ich eine Wolke wäre“
Mascha Kaleko und die Reise ihres Lebens

»Wenn ich eine Wolke wäre, segelt’ ich nach irgendwo.
Durch die weiten Himmelsmeere von Berlin bis Mexiko.«
Meine Lektüre zwischen den Jahren – und ich war wieder ganz gefangen im Kalekouniversum. Volker Weidermann setzt ein bißchen Kenntnisse des literarischen Milieus vorraus. Tut dem Buch aber überhaupt nicht weh, kann man ja nachschlagen oder die Buchhändlerin fragen…
Ausgangspunkt des Buches ist der 31. Dezember 1955, der Tag, an dem Mascha Kaléko sich 17 Jahre nach Ihrer Flucht vor den Nazis zu einem ersten Wiedersehen nach Deutschland einschifft. Kalékos Triumph in Deutschland ist zunächst überwältigend. Über Hamburg, Stuttgart, München und Frankfurt nähert sie sich ihrem geliebten Berlin. In fast täglichen Briefen an Chemjo, ihrem Ehemann der in den USA geblieben ist, und die dem Autor Weidermann einen reichhaltigen Fundus bieten, berichtet sie von Empfängen, Ehrungen und immer wieder vom „guten deutschen Essen“. Mascha Kaléko ist überwältigt, sieht aber auch alte Kontinuitäten. So schnell verschwinden die alten Eliten und alten Überzeugungen dann doch nicht. Sehr schön fügt Volker Weidermann Briefe und Gedichte Mascha Kalekos zu einem liebevollen Porträt der zurecht meistgelesenen Lyrikerinnen zusammen.

Neues Lieblingsbuch von Jens:

Andrev Walden „Scheißkerle“ Ein Buch über einen Sohn – und seine Väter

Im Buch erinnert sich Andrev Walden an seine Jugend im Schweden der 80er- und 90er-Jahre zwischen Waldorfschule, Alternativmilieu und sieben wechselnden Vaterfiguren. Ein Roman voller Humor, Schmerz und staunender Genauigkeit sagt Jens. So schön tragikkomisch. Mit der Beobachtungsgabe eines Kindes und in Ich-Form erzählt der Autor eine wilde Geschichte über das Aufwachsen in Zeiten der ’68-Bewegung, über Mütter, die diese „Scheißkerle“ küssen und unter der Dunstabzugshaube rauchen, über die Liebe, wie sie beginnt und wie sie endet, über einen skalpierten Hamster und den Hauch eines Wunders, vor allem aber eine Geschichte über Männer bzw. Väter.

Neues Lieblingsbuch von Josy:

Susanne Siegert „Gedenken neu denken“
Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss

Unsere Erinnerungskultur muss sich verändern. Wie und warum, legt Susanne Siegert in diesem Buch dar. Sie plädiert für eine pluralistische, neue Gedenkarbeit mit einem Schwerpunkt auf der Verantwortung der Nachfahren der Tätergeneration anstelle unserer »einstudierten« gemeinsamen Rückschau mit den Opfern. Es geht um weniger bekannte NS-Verbrechen, um weniger bekannte Orte, um bisher vernachlässigte Opfergruppen. Gleichzeitig zeigt dieses Buch, wie wichtig eine aktivere, vielfältigere Gedenkkultur ist, um künftige Generationen auch ohne direkte Zeitzeugenberichte zu erreichen.

Reichlichst gefüllt ist unser Veranstaltungskalender wie Sie sehen und wir freuen uns wieder auf viel gemeinsame Zeit mit Ihnen 
Herzlichste Grüße zum neuen Taschenbuchladenjahr von Heike, Martina, Josy und Jens

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