Newsletter September 2019

Dass am Dienstag unsere „Kultur zum Mittag“ Zeit wieder losgeht, das sagte ich ja schon. Und ich freue mich sehr auf unseren Gast, der so viele und wichtige und interessante Geschichten und Fakten weiß und aufgeschrieben hat, dass schon eine ganze Reihe an Publikationen vorliegen…

Aber dass wir am Mittwoch (4.9.) in die Kaffeerösterei Momo einladen (19.30 Uhr), das erzählte ich noch nicht! Unser Gast, Axel Puntigam, ist aktiver Verfechter der „Gemeinwohl Ökonomie“ und wird dieses alternative Wirtschaftsmodell vorstellen, dass eine Orientierung der Wirtschaft am Gemeinwohl, Kooperation und Gemeinwesen in den Vordergrund stellt. Auch Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung werden als Werte der Gemeinwohl-Ökonomie bezeichnet. Wir freuen uns, dass Axel Puntigam Ihnen, sofern Sie mögen, dies genauer erläutern wird. „Ich bin selbständig unternehmerisch tätig und erfolgreich in meinem Tun! Aber gibt der kommerzielle Erfolg allein meinem Leben einen Sinn? Macht er mich glücklich? Und wenn ja, wie lange noch? Unser weltweit vorherrschendes Gesellschaftssystem führt nachweislich zur Verschärfung ökonomischer, ökologischer, sozialer und nicht zuletzt ethisch-moralischer Missstände. Ich unterstütze die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) als einen umfassenden aber ergebnisoffenen, demokratisch gestaltbaren Ansatz, der sich an der Bandbreite aller wesentlichen menschlichen Bedürfnisse orientiert. Die GWÖ stellt für mich auch in politischer Hinsicht ein wirkliches Angebot im Sinne NEU dar!“ sagt er. Der Eintritt ist frei.

Zu „seitenweise Film“ 19.30 Uhr im Campus Cafe des SIZ am 10.09. möchten wir Sie auch recht herzlich einladen. Wir zeigen die Verfilmung des Romanes von Ingo Schulze „Adam und Evelyn“, aus dem Jahr 2018 und in der Regie von Andreas Goldstein. Hochgelobt ist dieser Film, wie der Roman ja auch schon, der von der Liebe in Wendezeiten erzählt. Der Dresdener (Lieblings)Autor Ingo Schulze gilt unter ostdeutschen Schriftstellern als Besonderheit: zeigt er die DDR in seinen Büchern doch schließlich selten als Ungeheuer, selten als Diktatur. Vielmehr ist sie Schulze ein Missverständnis. Wohl auch und gerade weil eben die DDR in seinen Texten nicht so brutal und eindimensional abschneidet, wurde Schulze spätestens nach seinem Roman „Neue Leben“ (erschienen 2007) der Titel „Wendeautor“ umgehängt. Darf er tragen…

Und unser „Lyriksalon“ im Salon der Stadtwirtschaft am 17.9.2019 20 Uhr auf den freuen wir uns auch schon sehr lange. Im Frühjahr war Olaf Stelmecke zu Gast in unserer KZM-Zeit und sprach und sang so schön die Texte von Franz Hohler, so dass wir ihn flugs in den Lyriksalon eingeladen haben und uns auf „Vom Mann der durch die Wüste ging – Stellmäcke liest und singt Franz Hohler“ freuen dürfen. Sie wissen, die Plätze sind begrenzt und wir bitten um Reservierungen bei uns im Taschenbuchladen.

Einen spannenden Abend verspricht auch unsere gemeinsame Veranstaltung am 25.9. 19.30 Uhr mit der Kirchgemeinde Petri/Nikolai und „Freiberg für alle“. Im Rahmen der „Interkulturellen Woche“ laden wir zu einer Lesung mit Michael Kleeberg und seinem Buch „Der Idiot des 21.Jahrhunderts“ ein. Dieses Buch ist mutig, denn es versucht, alle Religionen an einem Tisch zu vereinen: Michael Kleeberg erzählt Geschichten und Schicksale in einer globalisierten Welt. Mit kühnem Wurf gelingt es ihm, die großen Fragen unserer Zeit in packende und herausfordernde Literatur zu verwandeln. Es spielt in einem kleinen Dorf. Ein Kreis von Freunden trifft sich, und versucht, über Freundschaft und Gesellschaft nicht nur nachzudenken, sondern es auch Utopien eines anderen Zusammenlebens zu verwirklichen. Dabei: Hermann, einst Doktorand der Philosophie, dann Aussteiger, jetzt Lehrer in Frankfurt. Maryam, eine iranische Sängerin, die auswanderte, weil ihr das Singen verboten wurde, zurück in den Iran musste, weil ihre Eltern die Heirat mit einem Westler verboten und ihrer Pflege bedurften – und die dann endgültig fliehen musste, als sie Schwierigkeiten mit der Religionspolizei bekam. Dabei auch: Younes, ein libanesischer Pastor, Zygmunt, ein polnischer Handwerker, Bernhard, der Herr des Hauses, ein Ex-Sponti, der lange einen Verein für Jugendsozialarbeit leitete; Ulla, seine Frau, Kadmos, ein arabischer Lyriker; Martha, die Seele der Runde, und der Erzähler, der seinen Geburtstag feiert. Sie alle haben viel erlebt, sie alle treibt die Suche nach persönlichem Glück und nach einem gelungenen Miteinander. Wie schwer das ist, wissen alle, denn sie haben viel erlebt. In diesem kaleidoskopischen Roman in zwölf Büchern erzählt Michael Kleeberg ihre Geschichten und Geschichten um sie herum und begibt sich zu den Wurzeln ihrer Kulturen. Sein Buch spielt in Deutschland, im Iran, im Libanon und im Reich der Mythen; Teile lesen sich wie ein Thriller. Michael Kleeberg erzählt eine große und viele kleine Geschichten; er verarbeitet Motive und Material östlicher und westlicher Kultur. Kein Buch vollgestopft mit Gewissheiten, sondern ein Buch der Suche.

Eintritt ist frei, die Kirchgemeinde würde sich aber über eine Spende freuen

Für unsere literarischen Empfehlungen ist ja nun gar kein Platz mehr. Aber Sie wissen, die gibt es im Taschenbuchladen, ganz persönlich von uns! Da können Sie sich auch die nominierten Bücher zum Deutschen Buchpreis ansehen, die auch in diesem Jahr wieder ein feines und auch spannendes Spektrum der deutschsprachigen Literatur umfassen (www.deutscher-buchpreis.de).

Wir grüßen ganz herzlich und freuen uns auf Sie! Heike Wenige, Martina Gehlhaus und Katrin Steinert

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