Newsletter Januar 2021

Fast vorbei ist nun der Januar, aber für ein paar Worte von uns ist es ja noch nicht zu spät und ich hoffe, dass Sie die Newsletterverzögerung verzeihen.

Aber manchesmal kann man einfach nicht so unbeschwert dahinschreiben und teilhaben lassen an Willigkeiten des Taschenbuchladenalltags oder eben an den momentanen Unfreiwilligkeiten…

Ein geschlossener Taschenbuchladen ist ein schrecklicher Umstand, das wissen Sie ganz gewiss. Und diese wöchentlichen Vertröstungen machen eher mutlos. Mit Gewißheiten könnte man besser umgehen bzw. das berühmte Lichtlein am Horizont sehen und daraufhin arbeiten…

Sie fehlen uns! Darum wollen wir Sie mal einladen, zu etwas anderem einladen, um ein wenig mit Ihnen im Kontakt zu bleiben oder im Austausch oder um zu plaudern und zu kichern und vor allem, um den trüben Gedanken keinen allzu großen Raum zu geben: Man könnte doch mal probieren, Wünsche für 2021 oder Träume, Vorhaben, gar Vorsätze, Bedürfnisse und solche Dinge in Buchtiteln auszudrücken? Haben wir uns gedacht…

Ernst gemeint oder unernst gemeint – wir freuen uns über Ihre Ideen und Zuschriften oder gar kleine Videos, Sprachnachrichten (an 0162/9422641), vielleicht mögen Sie uns ja daraus vorlesen – auf welchem Weg auch immer, wir würden das ebenfalls gern teilen wollen in unseren aktiven sozialen Medien bzw. auch im nächsten Newsletter. Ganz sicher wären andere beglückt (wir sowieso) über eine kleine Motivation, einen schönen Gedanken oder gar eine Buchempfehlung oder eben etwas Witziges…

Und nun wollen wir mal hoffen, dass Ihnen der weihnachtliche Lesestoff ausgegangen ist, mehr oder weniger auch unfreiwillig, aber froh gestimmt auf etwas, was Sie sowieso schon längst mal lesen wollten. Oder etwas Neues, denn so ganz langsam treffen im Taschenbuchladen auch schon wieder schönste Neuerscheinungen, feine Literatur ein. Würden wir Ihnen viel viel lieber vor Ort zeigen, aber nunja, das braucht wohl doch noch ein wenig mehr Geduld und unsererseits einen langen Atem, der uns hoffentlich nicht ausgeht. Und natürlich gibt es ständig gute Gründe, ein Buch zu verschenken – als Dank, aus Liebe, als Anerkennung, einfach so – ach, da fallen uns viele Gelegenheiten ein. Ein Büchergutschein übrigens auch! Wir freuen uns sehr über jeden Bestellwunsch von Ihnen, Ihr Verständnis für die Umstände, Ihren Willen, uns treu zu bleiben… (und danken so sehr dafür)
Nach wie vor sind wir

von 9 bis 13 Uhr Montag bis Freitag telefonisch zu erreichen 03731/31841

sehr gern per Email post@taschenbuchladen.de (bearbeiten wir ganz schnell)

oder in unserem Internetshop unter www.taschenbuchladen.de (da natürlich auch)

(Unsere neue Abholstation ist die Kaffeerösterei Momo in der Korngasse, geöffnet von 10 bis 17 Uhr und der Getränkemarkt Leipziger Straße, geöffnet von 8 bis 18 Uhr natürlich noch immer.)
Gerade erst haben wir nämlich das neue Buch von Alexander Osang ausgepackt. „Fast hell“ heißt es und ist so eine Art erzählendes Sachbuch. Eigentlich sollte es ein Text für ein zum 30.Jahrestag des Mauerfalls erscheinendes Spiegelsonderheft werden.

„Der Redakteur wollte ein Porträt über Angela Merkel, die Bundeskanzlerin, aber ich dachte gleich an Uwe. Seine Geschichte schien aus dem Stoff zu sein, aus dem die letzten dreißig Jahre unseres Lebens bestanden. Der Irrsinn war da, der Schmerz, die Sehnsucht, das Glück, die Enttäuschung, die Fremde, die ewige Suche nach dem Paradies hinter der Mauer. Die Rätsel, die sie so gern erklärt haben wollten. Uwe schien ein ostdeutscher Weltbürger zu sein. Ein Oxymoron. Ein Mann, dessen Erinnerungen an seine Heimat kaum getrübt worden waren durch die Gegenwart. Ich könnte mir noch einmal neu erzählen lassen, was passiert war, mich überraschen lassen.“ sagt Alexander Osang zum Erscheinen des Buches, denn das Spiegelsonderheft erschien ohne seinen Beitrag.

Der Text ist niemals ostalgisch oder weinerlich, er ist – wie so vieles von Alexander Osang – emotional, humorvoll und zugleich voller Selbstzweifel und – über ihn, es geht um die Generation der beiden Eltern, um Flucht, DDR-Leben, Stasi, Zusammenbruch, erste Schritte im Westen. Es geht um die übergroßen Sehnsüchte der Ostdeutschen, um erste Lieben und gebrochene Herzen und vor allem um Unruhe und Rastlosigkeit. Das eine einzige Wendebuch wird es wohl nie geben, aber irgendwann eine Bibliothek, in der dieses Buch einen festen Platz haben wird.

Und so als „Familienbuch“ können wir Ihnen auch den „Ickabog“ von der J.K.Rowling ans Herz legen. Katrins Emma hat dies auch wohlwollend geprüft… Es führt nämlich ins Land Schlaraffien, in dem es leider nicht ganz so zugeht, wie der Name versprechen könnte… Wir wollen ja gar nicht zu viel verraten davon, außer, dass es einen eitlen König gibt, der nicht so richtig ernst genommen wird, auch nicht seine beiden besten, doch recht durchtriebenen Freunde Lord Spuckelwert und Schlabberlot. Alle stimmen jedoch darin überein, dass im nördlichsten Zipfel des Landes ein Ungeheuer lebt.Es heißt, es würde Kinder und Schafe fressen. Und weil es ihrem Machterhalt dient und ihren Reichtum mehrt, beschwören Spuckelwert und Schlapperlot die Monster-Gefahr aus dem Norden herauf. Eine Schutztruppe wird zusammengestellt, überall Bekanntmachungen ausgehängt, eine Ickabogsteuer verordnet. Aber zum Glück gibt es Wim Wonnegleich und Lilly Lerchenspornes….Wie diese Geschichte, tief in den Köpfen der Menschen verankert, schließlich das ganze Land verändert und es an den Rand des Abgrunds führt, davon erzählt J.K. Rowling in ihrem leichtem und immer ein bisschen spöttischen Ton. Natürlich erzählen wir jetzt nix über den Ausgang der Geschichte, aber versprechen hochheilig – es ist ein Märchen…und philosophisch.

Und versprechen kann ich Ihnen erst recht, dass Horst Evers uns wieder ein gar lustiges Buch für diese trübe Zeit geschenkt hat! „Wer alles weiß, hat keine Ahnung“ heißt es und versammelt seine allerneuesten Beobachtungen, Erlebnisse, Vorfälle, Alltäglichkeiten, die er mit dem gewohnt liebevollen Witz und Komik zu Papier gebracht hat. Sei es ein Telefonat mit Google, Gefühle für TAN-Zahlen, Gedanken zu schalldichtem Klebeband, veganer Wurst oder sein Leben in dreizehn Berufen…, einfach nur herrlich!

So und nun liebe Grüße aus dem Taschenbuchladen

Bleiben Sie gesund und uns wohlgesonnen

Heike Wenige, Martina Gehlhaus und Katrin Steinhardt

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