Yesteryear – der Debütroman von Caro Claire Burke ist erneut ein weit diskutiertes Buch. Für viele sogar schon das Buch 2026. Ich halte ja von solchen Kategorien nicht viel und kann gleichzeitig die Aufregung um diesen Roman durchaus verstehen. Setting, Sprache und eine Anti-Heldin im Mittelpunkt machen diesen Roman besonders – besonders ungewöhnlich!
Die junge “Bilderbuchchristin” Natalie Heller Mills lebt mit ihrem Mann und ihren zahlreichen Kindern auf einer schicken Farm in Idaho. Ihr Leben und ihren Alltag nutzt sie dabei ständig als Kameramaterial für Social Media, um die gute, alte Pionierzeit zu propagieren – eine klassische Tradwife-Influencerin eben – der Albtraum jeder Feministin. Doch dann landet Natalie plötzlich wirklich in der Pionierzeit und ihre Situation entwickelt sich nicht wirklich zu einem amerikanischen Traum. Sprachlich setzt die Ich-Perspektive dem Ganzen noch die Krone auf, denn als Leser*innen sind wir ständig in ihrem Kopf und da passiert sehr viel. Im Laufe des Buches gerät dort zunehmend alles durcheinander; schlussendlich entgleitet ihr nicht nur die Psyche.
Dieses Buch ist ein großer, toxischer Cocktail gesellschaftlicher Themen: Social Media, Feminismus, Rollenbilder, Radikalisierung, Familiendynamiken und Missbrauch – dabei spannend und authentisch. Mich hat es beeindruckt und Sie?