Dienstag, der 12. Oktober 2021 um 20:00 Uhr

Zwei Lyriker, die in Sachsen leben, haben wir uns eingeladen und das Dank des Sächsischen Literaturrates, der unsere Veranstaltung unterstützt.

Die in Leipzig lebende Künstlerin Martina Hefter hat zuletzt immer wieder mit ihren gattungsübergreifenden Arbeiten von sich reden gemacht. Die 1965 im Ostallgäu geborene Schriftstellerin verknüpft ihre poetische Texte. Ihr neuer Band ist erschienen „In die Wälder gehen, Holz für ein Bett klauen“. Und es ist eher ein lyrisches Sprechen, das weniger auf knallige Bilder setzt, sondern auf ein unaufhörliches Verrücken und Weiterdrehen feinster Wahrnehmungen. Auf dem Buch steht zwar Gedichte, doch in den Texten fließen Gedicht, Essay und Erzählung ineinander. Und sie hatte 2020 natürlich auch mehr Zeit als sonst, die sie am Schreibtisch und im Wald verbrachte. Genauer: dem Leipziger Auwald. Der hat ein poetisches Potenzial. Wobei man poetisch nicht mit romantisch verwechseln darf. Romantisch ist an dem Wald nichts. Und Romantik ist das allerletzte, was Martina Hefter mit ihren Texten zu beschwören versucht, die allesamt auf den unsichtbaren Grenzlinien zum Essay, zur Sage, zur Reflexion balancieren. Aber damit zeigt Monika Hefter etwas, was einem nicht auffällt, wenn man irgendwann in der Schule gelernt hat, in welche Kisten man literarische Texte zu packen hat: Dass Gedichte und andere Niederschriften zuallererst einmal ein Bild unseres Denkens sind.

Der Dichter und Rapper John Sauter ist in Brand-Erbisdorf aufgewachsen – und hat dort sein Herz an die Provinz verloren. Geboren 1984 in Freiberg, studierte er Journalistik und Kunstgeschichte in Leipzig sowie Sprachkunst in Wien. Er lebt als Autor und Musiker („Johnny Katharsis“) in Leipzig und Wien. In seinen Texten gibt er der Provinz eine so kritische wie liebevolle Stimme. In seinem neuen Lyrikband „Zone“ erzählt er von Städten und Landschaften, die ins Vergessen driften. Er tigert über Abraumhalden, Deponien, den Schrott und Müll einer Zivilisation, die nichts mehr wissen will von ihren angefangenen, abgebrochenen Provinzen. Doch auch die können Heimat sein. Denn es gibt hier nicht nur Tristesse, Gewalt und Sprachlosigkeit – sondern auch Liebe, Hoffnung und eine befremdliche Schönheit, die wie das Meer an einer Bushaltestelle riecht. Sauters Gedichte beziehen ihre Stärke aus der Resignation und sie können weit mehr als bloß Inventur zu betreiben: Sie geben den entlegenen Gegenden ihre Stimme zurück.

Kartenreservierung bitte im Taschenbuchladen

Im Salon der Stadtwirtschaft