Mittwoch, der 24. November 2021 um 19:30 Uhr

Vor ein paar Jahren begann Hasnain Kazim sich als Kalif darzustellen. Das war seine nicht ganz ernst gemeinte Antwort auf die permanenten Ängste von Menschen vor einer „Islamisierung des Abendlandes“, außerdem auf Vorwürfe von Rechtsextremisten, er sei in Wahrheit ein „Islamist“, der die „Islamisierung Deutschlands“ vorantreibe. Doch schnell stellte Kazim fest, dass sich seine Kalifatspläne verselbständigten: In den sozialen Medien und bei Lesungen bekannten sich Fans zu ihrem „Kalifen“, sie wollten Wesir oder Mitglied des Harems werden. Viele fragten sehnsüchtig, wann endlich das Kalifat ausgerufen werde.

Die gute Nachricht: Es ist endlich soweit! Die noch bessere Nachricht: Der Kalif hat dabei ein geheimes Tagebuch geführt… Kazim erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der auf einer Pegida-Demonstration das Kalifat ausruft, sodass die Demonstrantinnen und Demonstranten damit konfrontiert werden, sich nicht mehr gegen ein Phantom wenden zu müssen.Und die noch viel bessere Nachricht. Er kommt zu uns nach Freiberg am 24.11.

Kazim ist der Sohn indisch-pakistanischer Eltern. Sein Vater war Seemann, seine Mutter arbeitete als Übersetzerin. 1994 trat Hasnain Kazim als Offizieranwärter in die Deutsche Marine ein und studierte an der Universität der Bundeswehr Hamburg Politikwissenschaft. Nach dem Studium diente er als Marineoffizier. Für die FDP erreichte er als Kandidat bei der Landtagswahl in Niedersachsen im damaligen Wahlkreis 70 ein persönliches Ergebnis von 2,7 Prozent der Erststimmen. Zwei Monate nach der Wahl trat er aus der FDP aus. Seine journalistische Karriere begann Kazim als freier Mitarbeiter beim Stader Tageblatt. Danach war er unter anderem für die Heilbronner Stimme sowie für die Nachrichtenagentur dpa tätig. Seit dem Jahr 2006 arbeitete er als Redakteur bei der Nachrichten-Website Spiegel Online. Seit Juli 2009 war er Südasienkorrespondent von Spiegel Online sowie dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel, seit 2013 deren Türkei-Korrespondent. 2014 wurde er wegen seiner Berichterstattung über das Grubenunglück von Soma von Anhängern des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan massiv angefeindet und erhielt Morddrohungen, woraufhin er die Türkei aus Sicherheitsgründen kurzfristig verließ.

Erwachsene: 12 €

Schüler / Studenten: 7 €

Eine Veranstaltung von „Freiberg für alle“, Kinopolis und dem Taschenbuchladen

Im Kinopolis

Karten dort

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