Newsletter März 2020

…und aufgewacht aus dem Winterschlaf!

Dieses aprilhafte Wetter in den letzten Wochen verwirrte ja sehr und wir freuen uns auf den März – den Lieblingsmonat der Buchhändler! Aus vielerlei Gründen!

Zum einen füllen nun langsam die Frühjahrsneuerscheinungen die Regale im Taschenbuchladen. Versprochenermaßen sind wieder ein paar feine Dinge dabei, die hoffentlich nicht nur unsere Leseherzen höher schlagen lässt. Neue Namen, alte bekannte Namen- die Presse wird sich bestimmt in den nächsten Tagen überschlagen mit wortreichen Ankündigungen und Superlativen! Schließlich ruft ja auch Leipzig! Die Buchmesse öffnet übernächste Woche wieder ihre großen Glastüren und meine Vorfreude darauf ist ziemlich groß. Hoffentlich findet sie auch statt. Das ist gerade eine ziemliche Sorge, nicht nur in der Buchhändler- und Verlagswelt.

Und zum anderen gibt es wieder ein sehr feines Kulturprogramm von uns und von unseren Mitstreitern, dass ich hier mal so aufzähle:

3.März 12.10 Uhr „Kultur zum Mittag“ im Taschenbuchladen

Wie immer: Mit Keks und Tee und unserem Überraschungsgast

3.März 20 Uhr Pi-ONIK Film im Salon der Stadtwirtschaft

Diesmal nicht seitenweise Film, aber von uns gewünscht:

„Die 4. Revolution – Energy Autonomy “

„Keine Energie kann so schnell verfügbar gemacht werden wie die Erneuerbaren Energien, wenn wir nur wollen“ (2006) Hermann Scheer“

Nur noch mit Sonne, Wind oder Biogas heizen oder fahren? Und das weltweit innerhalb von 30 Jahren? Ein schöner Traum oder realistische Perspektive? Die Macher dieses engagierten Dokumentarfilmes unter der Regie von Carl-A. Fechner halten den Umstieg für möglich.

25.März 19.30 Uhr Lesung mit Axel Hacke im Theater

Axel Hackes Lesungen sind Unikate, kein Abend ist wie der andere. Da hockt nicht einer hinter einem Tisch mit Wasserglas und Lampe und trägt aus seinem neuen Buch vor, wie das üblich ist, nein, Hacke sitzt auf einem Stuhl, redet über das Leben, erzählt von seiner Arbeit und hat alles dabei, was er im Leben geschrieben hat, na gut, eine Menge von dem – und das ist sehr viel: tausende von Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, darunter auch die ganz aktuellen der vergangenen Monate, dazu einen Stapel von Büchern, jenes zum Beispiel über die sehr lustigen Speisekarten Oberst von Huhns bis zu dem heiter-philosophischen Die Tage, die ich mit Gott verbrachte. Und natürlich geht es, in erster Linie und sehr ausführlich, um sein allerneuestes Buch: Wozu wir da sind. Walter Wemuts Handreichungen für ein gelungenes Leben, der ebenso furiose wie entspannt-witzige Monolog eines hauptberuflichen Nachruf-Autors über die großen Fragen unserer Existenz. So entsteht jeden Abend, wenn es gut geht (und meistens geht es ja doch gut) – ein neues kleines Lese-Kunstwerk, in dem die hergebrachten Trennungen von ernst und unterhaltsam nichts bedeuten, weil in so einem Abend alles drin ist, das Heitere, das Philosophische und das brüllend Lustige. Man weiß nur vorher nie so genau was?

28.März 19.30 Uhr im Loft des Tivoli „Stellmäcke & Trotzband

Und sie erzählen in ihrer unverwechselbaren Melange aus Tango, Klezmer, Chanson, Rock und Jazz lebensnahe Geschichten aus der Welt und ganz sicher diesmal sogar vom Mond. Denn so heißt ihre neue CD „Hinterm Mond“. Ein Lied davon gab es ja zum Taschenbuchladengeburtstag als Ständchen.

STELLMÄCKE ist vieles: Kabarettist, Musiker, Schauspieler und Poet. Mit berührender Stimme, absurden Geschichten und Wortspielereien besingt er aus immer wieder überraschender Perspektive den Zustand der Welt. Das Fachmagazin „Folker“ schreibt: „Stellmäckes Art zu texten und zu singen, ist eine der höchst selten gewordenen wirklichen Entdeckungen in der eher traditionell zu nennenden Songschreiberszene. Das ist originell und erfrischend, komisch und hellwach zugleich.“

31.März 20 Uhr im Salon der Stadtwirtschaft

Lyriksalon zum 200.Geburtstag von Theodor Fontane

Der große brandenburgische Dichter wird natürlich auch von uns im Lyriksalon geehrt. Er gilt als poetischer Realist und sein lyrisches Werk und seine Balladen spiegeln sowohl politische als auch kulturelle und natürlich landschaftsfühlende Befindlichkeiten wider. Bitte reservieren Sie Karten bei uns.

Neue Lieblingsbücher haben wir aufgestellt:

Martina gefällt Peter Zantingh „Nach Mattias“. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Mattias, ein lebenshungriger junger Mann, der sich für alles und jeden begeistern kann. Doch von einem Tag auf den andern ist Mattias nicht mehr da. Das Schicksal hat seiner Lebensgeschichte einen unerwarteten und endgültigen Schlusspunkt gesetzt. Doch das Leben derer, die bleiben, geht weiter. Sie alle müssen einen Weg finden, mit der Leerstelle, die Mattias hinterlässt, zu leben. Einige von ihnen waren ihm sehr nah, andere kannten ihn kaum. Wie Puzzlesteine fügen sich ihre Geschichten in ein Abbild von Mattias und geben Antwort auf die Frage, die sich vom ersten Satz an wie ein Leitfaden durch den Roman zieht: Was ist mit Mattias passiert und warum ist er nicht mehr da? Ein kluges, sensibles und bewegendes Buch über die vielen Gesichter der Trauer, das aber gleichzeitig von großer Lebensfreude und Hoffnung geprägt ist und unseren Blick für das schärft, was wirklich von Bedeutung ist.

Katrin hat gerade das neue Buch von Markus Orths „Picknick im Dunkeln“ gelesen. Eine unglaubliche, unerhörte Begegnung, die den Bogen spannt über siebenhundert Jahre Weltgeschichte: Zwei Männer treffen sich in vollkommener Finsternis. Sie wollen ans Licht, unbedingt. Sie tasten sich voran, führen irrwitzige Gespräche und teilen die Erinnerungen an zwei sehr unterschiedliche Leben. Die Männer sind Stan Laurel und Thomas von Aquin. Der begnadete Komiker trifft auf den großen Denker des Mittelalters.Und somit wird das Buch zu einer philosophische Reise und zu einer urkomischen und todernsten Geschichte über die großen Fragen des Lebens.

Und ich habe zwar erstmal die Neuauflage von Daniela Kriens „Muldental“ dastehen. Das war/ist ihr zweites Buch und war ewig nicht lieferbar. Aber das werde ich wohl bald austauschen mit dem Buch von Monika Helfer „Die Bagage“, wenn ich es fertig habe, denn die Geschichte der Familie Moosbrugger gefällt mir sehr. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage am Rand eines Bergdorfes. Klug und sensibel erkundet Monika Helfer familiäre Lebenswege, das Schicksal einer Landfrau in Zeiten des Ersten Weltkriegs und es geht um Lügen und Legenden, die über Generationen hinweg auch die Familiengeschichte prägen.

…und nicht unerwähnt lassen möchte ich meinen tagtäglichen sehnsüchtigen Blick, der gehört auch zum März, auf eine meiner Zinkwannen, die ich im Herbst mit allerlei Frühlingsblühern bestückte… Da gucken nämlich fast stündlich mehr grüne Spitzen heraus…

Herzliche Grüße von uns

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