Newsletter März 2018

„Was dem einen fehlt, das findet

In dem Andern sich bereit;

Wo sich Mann und Weib verbindet

Keimen Glück und Seligkeit.

Alles Wohl beruht auf Paarung;

Wie dem Leben Poesie

Fehle Maggi’s Suppen-Nahrung

Maggi’s Speise-Würze nie!“

Ausschließlich werden Ihnen derlei Lyrik selbstverständlich nicht im kommenden Lyriksalon am Dienstag (6.3. 20 Uhr im Salon der Stadtwirtschaft) vorstellen, denn der zu Ehrende kann sich durchaus mit der zeitkritischen Lyrik des Heinrich Heine messen! Der 100.Todestag von Frank Wedekind ist unser Anlass. Er war Schriftsteller, Dramatiker und Schauspieler. Mit seinen gesellschaftskritischen Theaterstücken gehörte er zu den meistgespielten Dramatikern seiner Zeit. 1896 meldete sich im satirischen Münchener „Simplicissimus“ eine neue und auffallend freche Stimme zu Wort. Sie schrieb sich einem gewissen Hieronymus Jobs(ius) zu, aber bald wusste man, dass sich hinter diesem Pseudonym der zweiunddreißigjährige Frank Wedekind verbarg. Dieser hatte sich zwar als Verfasser dramatischer Texte einen Namen gemacht, aber nicht als Lyriker. In der Tat war der neue Mitarbeiter des „Simplicissimus“ ein vielgeübter Lyriker, vielleicht sollte man eher sagen, dass er ein fleißiger, nein, ein besessener Verseschmied war. Wedekind verfügte schon von früher Schulzeit an über Versgewandtheit, dass er praktisch alles, was ihn beschäftigte, in Versform brachte. Wedekinds Jugendlyrik ist biographisch und werkgeschichtlich interessant. Literarisch, künstlerisch sind diese Verse bedeutungslos, und Skandalwert haben sie keinen. 1886 wurde er von Julius Maggis Suppenwürzefabrik in Kemptthal bei Zürich als Werbedichter engagiert und für solcherart wie obenstehende Verse im Stücklohn honoriert. Es lesen Conny Grotsch, Michael Berger und Andreas Pannach     Reservierungen bitte im Taschenbuchladen (31841)

Lyrisch und jaaa – wir freuen uns ziemlich sehr auf unseren Gast, melodisch wird es auch am Dienstagmittag (nur zur Erinnerung – das ist auch der 6.3.) bei uns im Taschenbuchladen. Wir laden ein zur Kultur zum Mittag 12.10 Uhr. Und über Ihr Kommen freuen wir uns noch mehr…(und versprechen auf alle Fälle einen heißen Tee)

Naja und nun nochmals und das von ganzem Herzen sei sehr nachdrücklich auf den

07.3. 19.30 Uhr und unseren „Abend mit Horst Evers“ im Tivoli hingewiesen!

Kleine absurde Tatsachen des Alltags exakt pointieren und lustigst verarbeiten – das kann Horst Evers und trägt dieses wöchentlich auf Radio Eins vor.

Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex“ heißt sein neuestes Buch und freuen Sie sich auf ein brandneues Bühnenprogramm von ihm dazu, dem „Meister des Absurden im Alltäglichen“ (Jury des Deutschen Kleinkunstpreises)! Ein Abend, pickepacke voll mit ganz frischen Geschichten direkt vom Erzeuger rund um die Themen Anstand, Moral und was man so dafür oder auch davon hält. „Auf der Bühne liest, ruft, dröhnt, zischt und wummert Horst Evers seine Geschichten heraus, dass es nur so eine Art hat.“ und beantwortet die lebenswichtigste Frage: Wie können wir den mannigfaltigen Tücken des Daseins begegnen? Er macht den Alltagstest und erzählt Geschichten mitten aus dem Hier und Jetzt: Er verbessert fremde Sprachen derart, dass man sie versteht, ohne sie zu sprechen; entwickelt Sportarten, deren Ausübung man vor dem eigenen Körper geheim halten kann; lässt sich online massieren und findet sinnvolle Kompromisse für die respektvolle Smartphonenutzung während persönlicher Gespräche. Er schlägt der NSA vor, seine Überwachung von nun an selbst zu übernehmen und regelmäßig Bericht zu erstatten, möchte aber von den eingesparten Kosten profitieren. Auch unterwirft er Kants kategorischen Imperativ und die Lehrsätze anderer großer Denker dem Test und kommt alles in allem zu dem Ergebnis: Das Leben ist wunderbar, macht aber leider häufig auch viel Arbeit. Karten im Vorverkauf bei uns und im Tivoli und dann natürlich an der Abendkasse

13.3. 20 Uhr seitenweise Film im Campus Cafe des SIZ „Ben X“.

Das ist ein belgisch-niederländischer Spielfilm aus dem Jahr 2007 von dem Journalisten Nic Balthazar, der sowohl das Buch schrieb, als auch die Regie führte. Durch einen Zeitungsbericht über den Selbstmord eines 17-jährigen autistischen Jungen in Gent, der virtuell gemobbt und zu Tode gequält wurde, wurde er zu diesem Buch und zu diesem Film inspiriert, welcher mehrfach ausgezeichnet wurde. Der jugendliche Ben ist seit seiner Kindheit ein Außenseiter und kommt früh in psychiatrische Behandlung. Ein Arzt diagnostiziert das Asperger-Syndrom. Ben lebt abgeschottet von der Außenwelt. Sein Leben besteht vor allem aus dem Online-Rollenspiel Archlord, das er in jeder freien Minute spielt und in welchem er als Ben X ein Held auf Level 80 ist. Seine reale Welt vermischt sich mit der Welt des Online-Spiels.

28.3. 19.30 Uhr Lesung mit Stefan Schwarz im Tivoli

Ein Kostprobe aus seinem neuen Buch „Lass uns lieber morgen!“ hat uns Stefan Schwarz ja schon zur Lesenacht im November geschenkt und damit sogar noch ein paar neue Fans gewonnen und auch er wird uns so ein paar Alltagsfragen beantworten, denn unerschrocken und mit humoristischer Präzision blickt Stefan Schwarz in das problembeladene Leben reifer Männer: Wie wehrt man Jugendfreunde der eigenen Frau ab, die nach einem Klassentreffen wieder neu entflammt sind? Wo soll man suchen, wenn der Vater im Pflegeheim das falsche Gebiss trägt? Wie verhindert man, dass die Tochter mit dem neuen Freund einen ungestörten Nachmittag im Kinderzimmer hat? Wann ist der richtige Zeitpunkt, seinem Sohn einen Bierhelm zu schenken? Und nicht zuletzt werden einige wichtige Frage, wie der Buchtitel verspricht, zur Sexualität in der Lebensmitte beantwortet…

Karten im Vorverkauf bei uns und im Tivoli und an der Abendkasse

Nun bleibt fast gar kein Platz mehr, Ihnen meine Vorfreude auf die Leipziger Buchmesse mitzuteilen. Von den Nominierungen für den Leipziger Buchmessepreis (www.preis-der-leipziger-buchmesse.de) habe ich,verzeihen Sie dies, bisher noch nichts gelesen und kann Ihnen gar nichts empfehlen. Dafür finden Sie im Laden schon den ganzen von uns ausgewählten Bücherfrühling 2018 und unsere direkten Empfehlungen, die bekommen Sie dann auch dazu. Vorab kann ich Ihnen aber erzählen, dass mir „Nachsommer“ von Johan Bargum sehr gefiel – eine kleine, feine, lyrische Erzählung – handelt von zwei Brüdern, die ihren Blick auf ihre Kindheit zu einem Bild vereinen (wollen). So eine stilles Buch ist auch „Herr Kato spielt Familie“ von Milena Michiko Flasar, die ihren Protagonisten, gerade in den Ruhestand entlassen, über Erinnerungen, unerfüllte Träume, Glücksmomente und auch die ersehnten Wendepunkte reflektieren läßt. Und so ein bisschen „Rumlesen“ tue ich in gerade in einem Buch von Johanna Ronberg „Federnlesen“, das mit dem Untertitel „Vom Glück, Vögel zu beobachten“ alles (und meine kleinen Nebenbeifreuden) erklärt. Das Büchlein war ja auch der Hauptanlass für unser so vortrefflich gelungenes Waldschaufenster, nein, das ist wirklich nicht anmaßend, welches wiederum ja eigentlich nur unser aller Sehnsucht nach dem Endlichdraußenseinwollenundgrünsehenwollen belegt. Nunja, wenigstens haben wir ja den meteorologischen Frühlingsanfang!

Herzliche Grüße von Heike Wenige , Martina Gehlhaus und Robin Meltzer

Hier können Sie kommentieren.

*