Newsletter Juni 2018

Hach, was für ein schönster Sommerbeginn! Ein bisschen etwas Unwirkliches hat er ja, wenn neben den schon sehr roten Kirschen der Holunder gerade blüht und an den Tomatenpflanzen schon kleine Früchtchen zu erkennen sind und aus dem Maigrün der Bäume schon das satte Sommergrün geworden ist. Aber wer will da klagen, nein nein, genießen genießen genießen bitte. Wir unterstützen Sie gern dabei und gönnen Ihnen die kulturelle Sommerpause von uns – bis auf den kommenden Dienstag (5.6.). Da möchten wir mit Ihnen zur „Kultur zum Mittag“um 12.10 Uhr – ich sage mal lachend – in den Sommer gehen und so das Wetter will, laden wir Sie in unseren grünen Hinterhof ein und Limonade mit frischem Holundersirup gibt es auch. Für die Kekse habe ich eine feine Zutat von der Ostsee mitgebracht.

Und da kann ich Ihnen dann auch noch etwas zur Schokoladenralley erzählen, die der FAIRkauf Weltladen initiiert hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Freiberg, denn wir tragen ja unter anderem auch den Titel FAIRtrade Town. Sie erinnern sich vielleicht – letztes Jahr mussten Sie ganz viel Kaffee trinken für diesen Titel. Sie sollten erst die Ausstellung „Süß und bitter“ im Rathaus anschauen, das erleichtert ungemein die Beantwortung der Fragen. Und dann können Sie sich mit dem Fragezettel in der Hand auf einen Stadtspaziergang freuen, der Sie unweigerlich auch zu uns führt. Und nachdem es nun am Samstag schon mehrfach Nachfragen nach Schokolade gab, also so zum gleich essen, werden wir nun mal welche motivierend dazu legen.

Und Ihnen vielleicht auch gleich noch das neue Buch von Robert Seethaler zeigen (Erscheinungstermin ist morgen), welches ich schon lesen durfte und Ihnen, trotz des auf den ersten Blick traurigen Schauplatzes sehr empfehlen möchte. „Der Reichtum eines Lebens hängt ja nicht von Erlebnissen ab, sondern vom Erleben, das ist es, was mich interessiert.“ sagt der Autor selbst zu seinem Buch. „Das Feld“ ist der Friedhof einer kleinen Stadt und Robert Seethaler lässt die nicht mehr Lebenden, die dort liegen, erzählen. Erzählen, welche Momente im jeweiligen Leben im Nachhinein die Wichtigsten, die Bewegendsten waren, jene die man hätte für sich aufbewahren sollen, jene die geprägt haben, die man bereut hat oder bereut, nicht genutzt zu haben – aus dem Blickwinkel, in dem man alles besser weiß und nichts mehr davon hat. Eine erinnert sich, dass ihr Mann ihr ein Leben lang die Hand gehalten hat, einer war vernünftig genug, sich seine Träume nicht zu erfüllen. Und einer dachte: Man müsse mal raus hier. Doch er blieb. Sie sind zum Teil miteinander verbunden, diese Menschenleben und es ist unter anderem auch die Geschichte einer kleinen Stadt.

Martina wird Ihnen das neue Buch von Ferdinand von Schirach „Strafe“ zeigen. Ferdinand von Schirach arbeitet seit 1994 als Anwalt und Strafverteidiger in Berlin. Zu seinen Mandanten gehören Industrielle, Prominente, Angehörige der Unterwelt und ganz normale Menschen. Mit seinem Debüt »Verbrechen« gelang ihm 2009 auf Anhieb der Durchbruch als literarischer Autor. Ihn beschäftigen, wie in den beiden vorangegangen Bänden auch, die großen Fragen: Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind? 12 Schicksale hat er ausgewählt, die zeigen, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von „gut“ und „böse“ oft sind. Ferdinand von Schirach verurteilt nie in seinen Erzählungen. Mit ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von der Einsamkeit seiner Klienten, von den ganz normalen Sehnsüchten nach Glück und dem Scheitern.

An dieser Stelle betone ich ja zu gern und oft genug, dass es noch viel viel mehr Schönes, Kluges, Unterhaltendes, Spannendes und auch Lustiges im Taschenbuchladen gibt, was wir Ihnen gern empfehlen können, sollten Sie Bedarf haben für Ihre Urlaubsgartenhängemattenamseeammeerliegenzeit.

Erfreuen Sie sich an dieser wunderbare Sommerzeit und seien Sie herzlichst gegrüßt bis zum nächsten Newsletter, wo ich Ihnen bestimmt etwas vorjammern werde über den riesigen Verlagskatalogberg in meinem Büro, den ich bewältigen muss, um im Herbst den Taschenbuchladen mit schönster Literatur füllen zu dürfen. Mach ich aber gern!

Herzlichste Grüße von Heike Wenige, Martina Gehlhaus und Robin Meltzer

PS: Sollten Sie dennoch ein wenig Sehnsucht nach Kultur im Sommer haben – Die Freiberger Sommernächte im Schloßhof beginnen am Mittwoch mit der Inszenierung des Mittelsächsischen Theaters „Der kleine August“, werden dann jäh unterbrochen vom gemeinsamen und öffentlichen FussballWMschauen, aber fortgeführt mit schönen Konzerten (z.B. mit City unplugged 40 Jahre „Am Fenster“am 29.6.) und natürlich auch vielen schönen Sommerfilmen…

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