Newsletter Februar 2018

Hübsch anzuschauen ist es ja schon, dieses Weiß da draußen… Dass ich das nicht so sehr brauche, das ist ja mittlerweile bekannt, mir gefielen ja mehr die Schneeglöckchen, die Christl letzte Woche in den Laden brachte… Aber wir hoffen sehr, dass alle Schneesehnsüchtigen diesbezüglich heute einen schönen Tag hatten und nun ganz beglückt im Warmen sitzen. Und rufen zum Sonntagabend noch ganz schnell in die virtuelle Welt, dass wir Sie für den Dienstag 6.2. wieder in den Taschenbuchladen einladen, Ihre Mittagspause bei uns zu verbringen! „Kultur zum Mittag“ 12.10 Uhr und zum einundzwanzigsten Male und glauben Sie uns, es ist uns und unseren vortragenden Überraschungsgästen jedes mal eine Freude, wie aufmerksam doch unser Publikum ist. (Natürlich freuen wir uns auch über die lobenden Worte zu unseren Keksen und Tee und nein – ich werde ich nicht im ausplaudern, wen wir für Sie eingeladen haben.)

 

Dafür erzähle ich ja alles andere ganz ausführlichst, denn zum Kino seitenweise Film dürfen wir Sie auch einladen. Am 13.2. (20 Uhr im Campus-Cafe des SIZ) zeigen wir “Alles ist erleuchtet“. Das ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2005. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jonathan Safran Foer. 7 Auszeichnungen erhielt dieser Roman, unter anderem den „National Jewish Book Award“. Das Buch (und der Film natürlich auch) erzählen von Jonathan, einem jüdischen Amerikaner, der mit ganzer Seele ein Sammler ist. Alles, was ihm lieb ist, kommt in kleinen Plastiktüten in seine bestens sortierte Sammlung. Mit dem Tod seiner Großmutter erhält er ein Foto von seinem Großvater, auf dem eine ihm unbekannte Frau ist. Jonathan nimmt an, dass diese Frau mit seinem Großvater eine Beziehung hatte. Auf der Rückseite der Fotografie findet sich der Vermerk „Trachimbrod 1940“. Er beschließt, sich auf die Reise in die Ukraine zu machen, um das Dorf Trachimbrod zu suchen. Dort hofft er, die Frau auf dem Bild zu finden. Um für die Reise in das fremde Land gut gerüstet zu sein, mietet Jonathan ein Team von Helfern von der Jewish Heritage Tours an. Dieses stellt sich als ein Duo aus einem angeblich blinden Großvater, der aber trotzdem sehr gut Auto fährt, und seinem Enkel Alex heraus. Dieser soll Jonathan als Dolmetscher dienen und stellt sich dabei als sehr kreativ im Umgang mit der englischen Sprache heraus. Mit dieser Situation hatte Jonathan zwar nicht gerechnet, trotzdem beginnt er mit der Suche. Das stellt sich als schwer heraus, da der Ort während des Zweiten Weltkrieges von der Wehrmacht niedergebrannt wurde und seitdem auf keiner Karte mehr verzeichnet ist. Der film-dienst (25/2005) bezeichnete „Alles ist erleuchtet“ als „großartige Romanverfilmung“. Herausgekommen sei ein „intelligent-absurd erzähltes Road Movie“, das „zwar die Erzählstruktur der komplexen Vorlage“ glätte, „aber durch Situationskomik sowie pointierte Dialoge das Spannungsverhältnis in der Begegnung der Kulturen beispielhaft“ herausarbeite. An dieser Stelle möchten ich, auch im Namen vom epi-Zentrum herzlichen Dank an das Campus-Cafe im SIZ sagen, dass wir nun dort immer unsere Filme zeigen dürfen. Ansonsten bietet das Cafe auch eine Reihe interessanter Veranstaltungen, beispielsweise „Zukunft Freiberg“ in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, die eine ganze Menge interessanter Personen dazu eingeladen hat. Das Programm liegt auch bei und zum Mitnehmen aus.

Von den neuen Büchern des Frühjahrs kann ich auch schon berichten, denn gelesen habe ich „Unter der Drachenwand“, das neue Buch von Arno Geiger und bin sehr angetan von dieser Geschichte. Arno Geiger erzählt von 3 jungen Menschen zum Ende des Zweiten Weltkrieges am idyllischen Mondsee unter dem Drachenfels im Salzkammergut, ganz normalen Menschen, aber durch den Krieg veränderte Wesen. Und von dem, was sie durch den Krieg alles verloren haben und damit ist nicht das Materielle gemeint. Er rekonstruiert einfühlsam ihre Gemütslagen, die Zukunftsängste, das beklemmende Nebeneinander und aber auch den Beharrungswillen und die Überlebenskraft. Feine Literatur!

Das ist auch der neue Roman von Angelika Klüssendorf „Jahre später“, der die Geschichte von „April“ dem Kind und „Das Mädchen“ aus ihren vergangenen Romanen weiterschreibt. Ich mochte diese beiden ja schon und schrieb es an dieser Stelle auch. Und im neuen Roman erzählt die Autorin die Geschichte diser dieser kleinen starken Persönlichkeit weiter, die ihren Weg nur unter sehr widrigen Umständen findet. Wie in den vorangegangen Romanen erzählt, manifestiert sich die verlorene Kindheit in einer schwierigen Beziehungskonstellationen, auch Ehe benannt, und überhaupt einer tiefen Einsamkeit, aus der ihr nur eines hilft: Schreiben. Man fliegt über die Zeilen und hofft so sehr, dass das ihrige gelingen möge. Spannend für mich, diese Abgründe und Gründe der menschlichen Seele…

 

Winterliche Grüße aus dem Taschenbuchladen von Heike Wenige, Martina Gehlhaus und Robin Meltzer

 

PS: Sie wissen es ja sicherlich schon längst, da wir unentwegt darüber reden und uns so sehr auf den Horst Evers am 7.3. im Tivoli freuen… Ich wollte ja auch nur nochmal daran erinnern, dass schon bald und endlich März ist!

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